Preisträger

Karl Heinz Beckurts-Preis 1998

By 27. November 1998Oktober 27th, 2019No Comments

Der diesjährige Preis geht an Prof. Dr. Lutz Claes, Prof. Dr. Christoph von der Malsburg und Prof. Dr. Werner von Seelen sowie an Prof. Dr. Jürgen Wolfrum.

Prof. Dr. Lutz Claes (Ulm) für die Entwicklung von Hilfsmaßnahmen für Menschen mit erkranktem Bewegungsapparat. Hierzu gehören unter anderem Stifte aus Polylaktid, mit denen Knochenbrüche verbunden werden. Die sich im Körper auflösenden Stifte können die operative Entfernung des Implantats überflüssig machen. Eine von ihm entwickelte Hüftgelenksprothese soll dem Problem sich lockernder Prothesen entgegenarbeiten. Diese Entwicklungen bzw. Weiterentwicklungen verbessern die Patientenversorgung und bieten damit den beteiligten Firmen gesteigerte Wettbewerbsvorteile.

Prof. Dr. Christoph von der Malsburg und Prof. Dr. Werner von Seelen (Bochum) für ihre Arbeiten zur Hirnforschung und deren Übertragung auf intelligente technische Systeme. Beispiele sind das maschinelle Erkennen von Gesichtern, etwa zur automatisierten Zugangskontrolle in Sicherheitsbereichen oder – für kriminalistische Zwecke – die weltweit erste computergestützte Lichtbilddatenbank. Anhand eines Phantombildes, Fotos oder Videofilm-Ausschnitts kann sie Gesichter vollautomatisch vergleichen und identifizieren. Ein weiteres Beispiel ist die Steuerung mobiler Roboter, die sich visuell orientieren – lernfähige Maschinen, die in einer natürlichen Umgebung komplexes Verhalten zeigen sollen. Beide Wissenschaftler haben ihre Arbeiten mit industriellen Partnern in konkrete technische Anwendungen umgesetzt.

Prof. Dr. Jürgen Wolfrum (Heidelberg) für die Entwicklung von Meßverfahren mit Hilfe von Laserlicht, wie z.B. die Nutzung von Laserstrahlen zur Untersuchung von Verbrennungsprozessen. Die beteiligten Stoffe lassen sich durch Laserlicht spezifisch anregen und damit beobachten. So gewinnt man ein genaues Bild der hochkomplexen chemischen Prozesse. Anwendung fand dies – in Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen – zur Untersuchung der unerwünschten Stickoxid-Bildung in Automotoren oder zur Prozeßsteuerung bei der Müllverbrennung. Die Laserdiagnostik wird hier zur genauen Einstellung der Luftzufuhr benutzt. So lassen sich Schadstoffemissionen verringern und Energiegewinn erhöhen. Stets vereinigen seine Arbeiten grundlagenorientierte Forschung mit direkter technischer Anwendung.